2009
09.10

Per Feed ist gerade dieses Video von JenaTV hereingekommen. Es geht um das Projekt “HörProbe” der Jenaer Philharmonie zur Förderung des Interesses an klassischer Musik unter Jugendlichen. Den Grundgedanken dabei finde ich nicht Schlecht: Der klassischen Musik den elitären Charakter nehmen und einen Zugang zu dieser Musik zu vermitteln. Aber ich frage mich, ob man das wirklich mit so einem Projekt erreicht. Das man dabei mit Musikvermittlungs-Studenten zusammenarbeitet klingt zwar vielversprechend, aber aus den Erfahrungen in meiner Schulzeit, die ja noch nicht all zu lange her ist, würde ich erwarten, dass das wieder so ein Projekt ist, das mehr Distanz schafft, als es abzubaut. Und ein Kommentar zum Video, dass manche dabei eingeschlafen sind, bekräftigt mich in dieser Befürchtung. Die Schüler kommen in der Erwartung etwas stinklangweiliges zu erleben, schlafen während dessen ein und gehen in ihrer Erwartung bestätigt nach Hause.

Es lässt sich immer leicht an allem meckern, aber wie könnte man es machen? Ich spinne jetzt einfach mal als Pädagogik-Laie ein bisschen herum:

Evanescence – Lacrymosa ist in Deutschland leider nicht mehr verfügbar.

“Mozart – Requiem – Lacrimosa” ist leider nicht mehr verfügbar.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich in Musik rein hören muss und kann, wenn man dazu bereit ist. Aber das erreicht man nicht indem man Metal- oder Techno-Hörer ins kalte Wasser stößt. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass es für Schüler interessant sein könnte eine Beziehung zwischen aktueller und klassischer Musik herzustellen und sie dadurch behutsamer an diese heranzuführen. Mir schwebt da gerade das Lied “Lacrymosa” von Evanescence vor, das Mozarts Requiem verarbeitet. Oder ganz anders: Statt immer nur die Aufnahmen irgendwelcher Werke zu hören einfach mal als Klasse selber einen Choral daraus einstudieren. Keine Ahnung, ob das funktionieren würde, aber interessanter wäre es bestimmt.

Aber zu guter Letzt muss man sich meiner bescheidenen Meinung nach auch damit abfinden, dass Musik einfach eine Frage des Geschmacks ist und dieser nicht so einfach beeinflusst werden kann, sondern sich frei Entwickelt. Daher denke ich, dass mit Unterrichtsprojekten, denen der aus Neugierde freiwillig ausprobierende Charakter fehlt, nur sehr beschränkt Einfluss auf diesen genommen werden kann. Ein guter, freiwilliger Schulchor ist da wahrscheinlich effektiver.

Für Zurechtrückung meiner Auffassung durch Kommentare bin ich offen.

3 comments so far

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  1. :D Bei der Hörprobe waren wir!!

    • Und wie denkst du über dieses Projekt?

      • Na ja, die Frau da hat das nicht sonderlich spannend gemacht… Also sie hat es echt versucht, aber dadurch hat sie so gekünstelt/übertrieben/auswendig gelernt gesprochen.Die Musik fand ich natürlich schön, weil ich mag ja Orchester ;) Aber wenn man klassische Musik nicht mag, kann ich es auch verstehen, wenn man es nicht so spannend fand…

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