Privater Datenschutz

Man hört ja in letzter Zeit viel über Datenschutz bei Unternehmen und leider auch häufig über dessen Abwesenheit. Es gibt aber noch einen zweiten Aspekt des Datenschutzes, der meiner Meinung viel zu kurz kommt: Den eigenen Umgang mit den Daten anderer. Auch wenn es für Privatpersonen weniger gesetzlichen Regelungen gibt, als für Unternehmen, so sollte sich dennoch jeder einmal Gedanken darüber machen, wie er mit den Daten Anderer, insbesondere seiner Freunde, umgeht. Ich sehe vor allem die folgenden Bereiche, in denen oft zu leichtfertig mit Daten umgegangen wird:

Der erste Punkt sind Fotos. Viele Schnappschüsse landen in Sozialen Netzen oder anderen Onlinealben. Natürlich wird man seine Freunde nicht mit einem Rechtsstreit zu den Rechten am eigenen Bild überziehen oder in den Netzwerken wegen ungefragtem Upload (AGB-Verstoß) anschwärzen. Aber umgekehrt sollte auch jeder ein Bewusstsein dafür haben, dass nicht jedem die Veröffentlichung jedes Fotos recht ist. Das Beste ist und bleibt vor dem Upload zu Fragen.

Der nächste Punkt sind handfeste Daten anderer wie die E-Mail-Adresse oder sogar Telefonnummer und Adresse. Alles Daten, mit denen zum einen Firmen Geld verdienen können, sei es über Werbung oder Anhäufung der Daten zur “Dienstoptimierung”, wie z.B. bei Facebook, wo auch über nicht registrierte Nutzer Daten gesammelt werden. Ach wenn es ganz praktisch ist die E-Mail-Adresse lediglich in ein Formular einzugeben oder dem jeweiligen Anbieter sogar das gesamte E-Mail-Konto zugänglich zu machen, weniger Daten verstreut es die Personen selber Anzuschreiben oder ganz altmodisch, mündlich zu Fragen. Vielleicht möchte sie ja Kontrolle über ihre Daten behalten?
Zum Anderen gibt es Fälle, in denen Personen die Kontaktdaten von Freunden erfragen, denen die Freunde diese vielleicht explizit nicht geben wollten. Zugegeben, es ist schwierig Nein zu sagen, wenn die Person mit einer plausiblen Begründung kommt, weshalb sie möglichst schnell die Daten braucht, aber ganz ausschließen sollte man diese Möglichkeit nicht.
Auch aufpassen sollte man beim versenden von E-Mails an viele Personen. Leider wird viel zu selten daran gedacht Blindkopien zu verwenden. Ich habe nicht nur einmal von mir nur flüchtig bekannten Personen Mails erhalten, die ihr gesamtes Adressbuch offenbaren. Vielleicht sollte ich das nächste mal alle enthaltenen Adressen anschreiben, ob es dem Eigentümer recht ist, dass Person XY ihre E-Mailadresse gedankenlos in das Internet posaunt? Man könnte nur hoffen, dass nicht auch die Adresse vom Chef dabei ist. Der aktuelle Rekord liegt übrigens bei 246 enthaltenen E-Mailadresse.

Ein letzter Punkt, bei dem ich auch immer wieder Bauchschmerzen bekomme sind Blogeinträge, in denen der Autor nicht nur über sein eigenes Leben, sondern auch das aller anderen beteiligten Personen freimütig plaudert. Da frag ich mich dann immer, ob die betreffenden Personen wissen, dass sie namentlich Erwähnt werden.

Aber außer Appellieren und hin und wieder mal seinen Namen bei Google eingeben kann man selber leider wenig machen, um sich vor sorglosem Umgang Anderer mit eigenen Daten zu schützen.

Bitte schreib, wenn dir noch weitere solcher kritischen Punkte einfallen, die ich bisher übersehen habe. Und dran denken: Datenschutz beginnt schon bei den E-Mail-Adressen von Freunden.