Bericht: Tag der Informatik 2011

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Tag der Informatik 2011

Hier ein kleiner Bericht vom Tag der Informatik 2011 der Uni Jena.

Den Anfang machte Christian Kahlo von der AGETO Service GmbH mit einem Vortrag über den neuen Personalausweis. Für mich, der sich noch nicht näher mit dem Thema befasst hatte, war der Vortrag recht Informativ was die möglichen Funktionen und gespeicherten Inhalte anging. Natürlich war der Vortrag durch den Anspruch der Allgemeinverständlichkeit und die Nähe des Referenten zum Produkt relativ unkritisch. Resümee des Vortrags: Der neue Personalausweis bietet viele Möglichkeiten, es wird aber keiner gezwungen sie zu benutzen und das es bisher noch wenig Einsatzmöglichkeiten gibt wird sich in den nächsten 10 Jahren sicher noch ändern.

Weiter ging es mit einem Vortrag von Jens Kubieziel zum Tor-Projekt. Kurz eingebettet in den historischen Kontext der Netzanonymität gab es eine Einführung in die Funktionsweise und die ersten Schritte mit der Tor-Software. Auch wenn Herr Kubieziel uns einen erfolgreichen Seitenzugriff am Ende schuldig blieb, dürften jetzt wieder ein paar Schüler mehr wissen, wie sie die Zugriffsbeschränkungen in ihren Schulnetzwerken umgehen können. Denn der Vortrag, und das habe ich mir von Nicht-Informatikern bestätigen lassen, war sehr gut Allgemeinverständlich.

Zuletzt referierte Dr. Andreas Wolf von der Bundesdruckerei GmbH Berlin und der Uni Jena zu dem Thema “Hat Biometrie etwas mit Sicherheit zu tun?”. Dabei zeigte er anhand vieler Beispiele auf, dass Biometrie etwas mit Sicherheit zu tun haben kann, aber nicht muss. Der Trend geht von Sicherheitsprodukten über zu biometrischen Komfort-Produkten. In Anbetracht der kurzen Zeit ist er auch sehr gut auf die Problematik des Datenschutzes und die Angst vieler Menschen vor der totalen Überwachung durch Biometrie-Erfassung eingegangen. Die Quintessenz hierzu war, dass es inzwischen möglich ist Datenschutz von Anfang an in das Konzept eines System einzubetten und letztlich der Markt dafür Sorge tragen wird, dass die Industrie diesen auch tut. Denn, so sein Fazit: Datenschutz fördert die Akzeptanz.

Nach einer (leckeren) Pause startete dann leicht verspätet eine (Podiums-)Diskussion zu dem Thema: Anonymität oder Authentizität? Vom Sich-Verbergen und vom Nicht-Abstreiten-Können bei der Nutzung von Informations- und Kommunikationssystemen. Wie zu erwarten war verschob sich das Thema recht schnell auf die Themen Internetsperren, Datenschutz und Medienkompetenz mit besonderem Blick auf die Risiken des Internets für Jugendliche und auf SchülerVZ. Angenehmerweise blieb die Diskussion im Allgemeinen auf einer sehr Sachlichen ebene, was vermutlich aber auch daran lag, dass durch die Beschränkung auf Datenschutz- und IT-Experten nicht das volle Meinungs- und (Nicht-)Wissenspektrum vertreten war. Lediglich bei dem Thema Internet-Pornographie hätte man sich von der Moderatorin etwas mehr Professionalität und Fingerspitzengefühl beim formulieren der Fragen wünschen können, so das (versehentliche) suggestive Unterstellungen ausgeblieben wären. Der allgemeine Tenor der Diskussion besagte, dass sich die Medienpolitik weg von restriktiven zu Kompetenz bildenden Ansätzen entwickeln muss. Dabei muss man allerdings im Hinterkopf behalten, dass kein Politiker anwesend war, der den schwarzen Peter in eine andere Richtung hätte abschieben können. Für mich selber habe ich das Stichwort Identitätsmanagement mitgenommen, mit dem ich mich ein wenig bewusster auseinander setzen will.