10 Tage ohne Adobe Flash & Co.
Vor 10 Tagen habe ich auf die Version 4 von Firefox umgestellt, die sich noch im Beta-Stadium befindet, aber auf deren neue Features ich nicht mehr warten wollte. Unter anderem wird Firefox 4 nämlich erstmals den neuen HTML5-Standard für Videos im Internet unterstützen, auf den ich besonders gespannt war, stellt er doch endlich eine ernsthafte Alternative für Flash-Video-Player da, die momentan fast überall (z.B. auf YouTube) eingesetzt werden. Da ich noch nie ein Freund von Flash und ähnlichem war, hab ich gleich mal einen Versuch gestartet und ALLE PlugIns (nicht zu verwechseln mit AddOns!!) im Browser deaktiviert. (Warum kein Flash? Darum: Probleme beim Datenschutz, bei der Sicherheit, bei der Performance und bei der Benutzerfreundlichkeit, ohne da jetzt ins Detail gehen zu wollen.) Eigentlich hatte ich vor ein “14 Tage ohne Adobe Flash & Co.” durchzuziehen. Leider hat mir ein Hardwaredefekt an meinem Rechner einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass ich es bei den 10 Tagen belasse. Ich wollte sehen, ob und wie sehr Flash, Java, QuickTime und VLC-Plugin noch nötig sind.
Das heißt nicht, dass ich die letzten Wochen z.B. YouTube gefastet habe. Google (Eigentümer von YouTube) mag nämlich Flash auch nicht wirklich und testet gerade im Hintergrund YouTube mit HTML5 und ohne Flash und wer mag kann mit testen. Zwar sind noch nicht alle Videos in dem neuen Format verfügbar (die vielen Millionen Videos alle auf einmal zu konvertieren übersteigt selbst Googles Rechenkapazitäten), aber im Vergleich zum letzten mal, als ich es ausprobiert habe, doch schon überraschend viele.
Nicht so gut sieht die Unterstürzung auf anderen Webseiten aus: Zum Beispiel die Reinhör-Funktion bei Amazon ist zu 100% von Flash abhängig. Vor der nächsten CD-Bestellung müsste ich also Flash wieder in Betrieb nehmen. Schade. Hoffentlich schaffen sie diesmal den Umstieg schneller, als beim Abschaffen des Real-Formats, dass in den hinteren Winkeln der Website immer noch lauert.
Auf anderen Seiten, wie z.B. in der ZDF-Mediathek muss man auf Animation und Schnickschnack “verzichten” und das Video kann man sich nur direkt im externen Player ansehen, wozu ich aber ohnehin schon vorher übergegangen war, um mir die behäbige und manchmal einfach dumme Flash-Oberfläche zu ersparen. Danke an die Entwickler, dass sie eine HTML-Alternativdarstellung geschrieben haben.
Nicht so bei Flash-Galerie-Modulen, die als Baustein in Webseiten eingebunden werden. Ohne Flash gibt es keine Bilder. Auf Fotos musste ich hier verzichten. Zum Glück ist diese Art von Galerien nicht besonders verbreitet.
Ebenfalls von Flash abhängig ist der aktueller StudiVZ-Bilderupload und vermutlich auch viele ähnliche Module. Zum Glück hat StudiVZ für solche fälle noch einen simplen, wenn auch etwas unkomfortablen HTTP-POST-Uploader. Verzichten muss man also nicht.
Resümee: Im Allgemeinen kommt man erstaunlich gut ohne Flash & Co. aus. Für zwingende Situationen sollte man sie aber dennoch in der Hinterhand halten.
